Cinque Terre - Kurztrip

March 19, 2014  •  Kommentar schreiben

Monte Rosso Blues Es isit Mitte März, ein paar freie Tage und die immer gegenwärtige Reiselust soll uns in die Qinque Terre führen, endlich einmal. Flugs ein Zimmer in La Spezia gebucht, das uns als ideale Basis erschien und mit neuem RAV 4 die ca. 500 Kilometer unter die Räder genommen.

Ganz so schnell dann doch nicht. Ein kurzer Abstecher zu meinen Eltern brachte erst einmal Stress der bisher unbekannten Art, als wir uns nach einem lauten Knall im kollabierten Lift eigeschlossen sehen. Also Ruhe bewahren und warten - nach einer knappen Stunde hat uns ein freundlicher Servicetechniker befreit. Jetzt wissen wir, wozu ein im Lift eingebautes Nottelefon gut ist.

Sechs Stunden später finden wir uns dann doch in La Spezia in unserem Hotel in Bahnhofsnähe ein. Ein erster Spaziergang durch die Stadt überrascht uns positiv. Die Industrie- und Hafenstadt hat einen hübschen Kern und lädt zum schlendern und shoppen ein. Die Suche nach einem Restaurant zum Abendessen gestaltet sich dann schwierig, es ist gerade ein Stadtfest im Gange und alles bis auf den letzten Platz reserviert, da hilft kein Bitten und flehen. Nach einigem Herumgesuche finden wir Platz in einem nicht sehr vertrauenserweckend aussehendem Ristaurente vis a vis unseres Hotels, das sich als Glücksfall erweist. Als einzige Touristen sind wir von Italienern umringt, die sich alle kennen zu scheinen. Das Essen ist formidabel und die 10.-€ Trinkgeld entlocken der erfreuten Kellnerin ein Jauchzen samt Wangenkuss für meine Frau.

Fotostrecke Qinque Terre

Der nächste Tag steht ganz im Zeichen der Cinque Terre. Mit dem Zug fahren wir früh morgens nach Monterosso um dort ein wenig durch die Gegend zu schlendern. Fotografisch reitzt mich das nicht über die Maßen. Bis auf ein einsames blaues Badehaus, das für mich eine Melancholie wie aus einem Fellini Film ausstrahlt.

Da die Küstenwanderwege allesamt gesperrt sind, nehmen wir wieder den Zug, um nach Vernazza zu gelangen. In dem Örtchen fühle ich mich auf Anhieb recht wohl und wir verbringen einige Zeit beim Durchstreifen der engen Gassen und Erklettern der zahllosen Treppenstufen. Die Menge der Touristen hält sich um diese Jahreszeit noch in überschaubaren Grenzen, was ich sehr schätze.  Ein Gelati, als lukullische Ergänzung zu den tollen Asublicken, versüßt uns das Leben erheblich.

Irgendwann finden wir uns am Ende einer Treppenflucht plötzlich auf dem (gesperrten) Küstenwanderweg nach Corniglia, der wunderschön, praktisch menschenleer und auch völlig unproblematisch zu passieren ist. Die Sperre könnte und sollte unseres Erachtens schleunigst aufgehoben werden. Die teilweise in den Fels gehauenen Treppenstufen an den Flanken der Steilküste gehen übrigens ganz nett in die Beine und der knapp 2-stündige Weg bis nach Corniglia ist nicht geschenkt. Corniglia liegt sehr schön auf einem Felsvorsprung und ein Streifzug durch die engen Gassen der bunten Häuser ist Pflicht. Der anschließende Abstieg nach Corniglia-Statione über eine sehr gut mit Touristen bevölkerte Zick-Zack Treppe ist recht lustig. Hier muß wohl jeder Touri rauf, ob er so richtig will oder nicht. Am Bahnhof angekommen stehen wir vor der Wahl, eine knappe Stunde auf den nächten Zug zu warten oder den gesperrten Weg zu versuchen. Die Antwort war schon vorher klar.

Ohne nennenswerte Steigungen gelangen wir über den einfachen Weg mit mehreren neue Hängebrücken sehr gut voran. Bis wir eine Hangrutschung auf einer Breite von vielleicht 40 Metern vor uns haben, die zwar für Bergler recht unproblematisch zu überwinden ist, die Sperre des Weges allerdings rechtfertigt. Die große Überraschung kam dann vielleicht 100 Meter vor Manarola, wo uns ein mächtiges und gut versperrtes Eisentor das Weiterkommen unmöglich machte. Also zurück des Weges, wenigstens ein Stück weit, bis ich doch noch einen Exit finden konnte. Die klare Empfehlung lautet aber, die Sperre dieses Weges ernst zu nehmen.

In Manorola haben die Toten den schönsten Asublick auf den Ort. Aber auch einiges an Unruhe, da die noch Lebenden von dort aus gerne die Aussicht auf die malerische Kulisse des Ortes genießen. Der Ort ist eine Wucht und für mich das Highlight unter den Orten der Cinque Terre, knapp gefolgt von Vernazza.

Der lezte Ort im Bunde, Riomaggiore, ist zur Zeit wiederum nur mit dem Zug zu erreichen. der Pfad der Liebenden sowohl von Manarola als auch von Riomaggiore mit unpassierbaren Eisentoren versperrt. Bleibt nur zu hoffen, dass der Weg bald wieder frei ist. In Riomaggiore genießen wir auf unerere Wanderung durch den Ort noch das letzte warme Licht des Tages, bevor wir in einem etwas übervollen Zug nach La Spezia zurück fahren, aber das dauert ja nur wenige Minuten. Zurück im Hotel genießen wir ein heißes Bad, bevor wir noch einmal einen Spaziergang durch La Spezia machen, das heute wieder zur Normalität zurückgefunden hat.

Etwas besseres Fotolicht, wärmeres Wetter und ein bis zwei Tage mehr Zeit wären schön gewesen. Aber wir kommen sicher wieder.

 


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